Shadows Of The Damned [Review]
Da möchte man nur einen gemütlichen Abend mit seiner Freundin verbringen und plötzlich taucht der Fürst der Finsternis höchstpersönlich auf und entführt die Herzensdame in die Abgründe der Hölle. Was klingt wie ein normaler Tag in meinem Leben, ist lediglich der Aufhänger in Shadows Of The Damned, dem letzten Titel von Producer Suda51 aka Goichi Suda und seinem Entwicklerstudio Grasshopper Manufacture. Der Name steht für abgefahrene Spiele mit überdrehten Ideen und Charakteren. Dem Gelegenheitsspieler wird Goichi vielleicht kein Begriff sein, daher ein kurzes YouTube-Video zur Erklärung:
So, oder zumindest ähnlich, stelle ich mir die erste Konferenz vor, als man anfing das große Brainstorming für Shadows Of The Damned zu betreiben. Das Spiel strotzt vor Fäkalhumor und Witzen auf Niveau des durchschnittlichen Superlevel-Lesers. Penis! Hinzu kommt ein Hauptcharakter der sich coolnessmäßig nicht hinter einem Duke Nukem verstecken braucht. Ist es vielleicht sogar das bessere Spiel? Zumindest ist die Intention, mit überzeichneten Charakteren und anzüglichen Witzen zu unterhalten bei beiden Spielen die Gleiche. Ein direkter Vergleich würde aber wenig Sinn machen.
Before you die, demon scum, I will carve my name into your flesh! That name is Garcia Fucking Hotspur! Hunter of demons and slayer of pendejos like you!
Garcia Hotspur ist ein mexikanischer Dämonenjäger und wie bereits erwähnt wird seine Angebetete vom Oberdämon Fleming entführt. Um seine Freundin zu retten macht sich Garcia zusammen mit seinem freundlichen Dämonenhelfer Johnson, einem sprechenden Totenkopf, auf in die Unterwelt. Das praktische an Johnson: Er kann sich in allerlei Waffen verwandeln, die Garcia benötigt um sich durch die Horden an Bösewichten zu schießen, die ihm Fleming entgegenwirft. Das Problem an der Hölle ist natürlich, dass Licht Mangelware ist und genau dies benötigt der Dämonenjäger um seine Gegner zu schwächen. Gut, dass überall Ziegenköpfe hängen, die mit einem Lightshot, den alle von Garcias Waffen beherrschen, zum strahlen gebracht werden können. Denn jedes Kind weiß doch – zumindest laut Johnson, der gleichzeitig als lebendes Wiki der Unterwelt dient – dass Ziegenköpfe wahre Lichtbringer sind. Die Dämonen sind natürlich bestrebt die Dunkelheit wieder herzustellen. Besonders clevere Exemplare z.B. “schalten” die Ziegenköpfe wieder aus oder Garcias muss sich gegen einen Bossgegner behaupten, der die düstere Masse fröhlich auspisst. Denn: Diese Dunkelheit ist in SotD aber mehr als die bloße Abwesenheit von Licht und manifestiert sich an manchen Stellen als lebensbedrohliche „Wolke“, in der sich Garcias nur kurz aufhalten darf. Hier und da ist das Spiel immer gespickt mit abgefahrenen Ideen und durchgeknallten Gegnertypen. Gewisse Türwächter müssen mit Gehirnen, Kugeln und natürlich Erdbeeren (denn die mögen alle Dämonen bekanntlich besonders gerne) gefüttert werden, damit ein weiterer Abschnitt betretbar ist. Viele kleine Rätsel, “Minispiele” oder 2D-Level runden den Spielspaß ab. Heilen tut Garcias übrigens mit Sake, Tequilla oder ähnlichem. Die Waffen, Angriffe und seine Lebensenergie werden mit Hilfe von roten Juwelen gesteigert, die überall in der Welt versteckt sind oder gegen Cash bei einem Händler gekauft werden können. Nach jedem größeren Boss gibt’s außerdem Upgrades für die Waffen. Diese werden nach und nach durch nützliche Funktionen oder mehr Feuerkraft erweitert und die Entscheidung welche Waffe, gegen welche Art von Dämon eingesetzt werden muss ist schon ab und an wichtig.
Technisch gibt es eigentlich nicht viel zu meckern. Grafisch ist SotD zwar keine Bombe, aber immer noch sehr solide. Entschädigt wird man durch die irrwitzige Gestaltung der Umgebung und man hält gerne zwischendurch mal an um auch wirklich jeden der Gags mitzubekommen, die hier und da versteckt sind (Na, wer hat die Portal Referenz entdeckt?). Die Steuerung hätte man sicherlich besser umsetzen können, so kann es in Bosskämpfen oder gegen Gegnermassen schon mal etwas hektisch werden, aber auch daran kann man sich gewöhnen. Der Schwierigkeitsgrad ist auf Normal völlig in Ordnung, erfahrene 3rd-Person Shooter Spieler können aber wohl locker auf Schwer starten.
Wer Bock auf Grindhouse-Trash, eine wahnwitzige Spielwelt und dreckigen Humor hat, der wird hier nichts falsch machen. Bisher ganz klar eines meiner Favoriten des laufenden Spielejahres und wohl eine gute alternative zu Duke Nukem Forever. Erschienen ist Shadows of the Damned für Xbox360 und die PS3, gespielt habe ich die 360-Version.












Hab’s auch schon seit ein paar Tagen bei mir rumliegen, aber musste mich noch zwingen Alice II durchzuspielen bevor ich was neues anfange, hehe. Das Review bestätigt mich aber im Kauf, danke ;D
Mach das mal. Ich finds klasse. Batman Review folgt auch nächste Woche